
Hagelschutz planen.
Sicherheit gestalten.
Wissensvorsprung für Kommunen – hagelsicher planen, zum Schutz Ihrer Bürgerinnen und Bürger.

Öffentliche Hagelprävention
Zum Schutz vor Naturgefahren gehört stets das Zusammenspiel von individueller und öffentlicher Prävention. Offensichtlich ist das bei Hochwasser und Starkregen. Hier sorgt die gesamte Gesellschaft durch mit Steuern finanzierte Deiche, Talsperren, Regenrückhaltebecken und weiteren Maßnahmen für den öffentlichen Schutz. Hausbesitzer können sich zusätzlich – etwa durch hochwassersichere Türen und Fenster – vor Überflutungen schützen. Schwieriger ist das bei Hagel. Aber auch hier übernimmt die Öffentlichkeit einen Teil der möglichen Prävention.

Position Elementa – Zentrum Naturgefahren
Der Schutz vor Naturgefahren muss ein umfassender sein. Dazu trägt die private Vorsorge ebenso bei wie lokale, regionale und überregionale Präventionsmaßnahmen. Idealerweise greifen öffentliche und private Schutzkonzepte ineinander. Weder darf der Staat den Schutz vor Naturgefahren ausschließlich auf die Bürgerinnen und Bürger allein abwälzen, noch sollten sich Hausbesitzer ausschließlich auf den öffentlichen Schutz verlassen. Denn beide Seiten handeln hier in der Regel nach Kosten-Nutzen-Berechnungen.
Öffentliche Präventionen auf kommunaler bis überregionaler Ebene
Präventionsmaßnahmen gegen Hagel in der Fläche oder im öffentlichen Raum sind aufgrund der unvorhersehbaren und lokal begrenzten Gefahr nur schwer umzusetzen. Allerdings greifen in vielen Fällen auch Maßnahmen des Hochwasser- und Starkregenschutzes, da Hagelstürme oft in Kombination mit Starkregen auftreten oder es durch verstopfte Abläufe infolge von Hagelschlag zu Überflutungen kommen kann. Daher ist es zentrale Aufgabe der öffentlichen Hand, die technische Infrastruktur gegen Naturgefahren im bestmöglichen Zustand zu erhalten. Für den Schutz öffentlicher Gebäude sind vor allem Planerinnen und Planer, Architektinnen und Architekten sowie Bauherrschaften, Käuferinnen und Käufer, in diesem Fall also Verwaltungen, Behörden, Ämter etc. verantwortlich.
Hagelfliegerei
Ein regionaler und stark umstrittener Ansatz zur Hagelvermeidung ist die sogenannte Hagelfliegerei, die insbesondere in süddeutschen Landkreisen wie Rems-Murr, Rosenheim, Rottweil, Schwarzwald-Baar und Tuttlingen praktiziert wird. Dabei beteiligen sich neben den Landkreisen ebenfalls Landwirtinnen und Landwirte, landwirtschaftliche Verbände, Firmen, Versicherer und Privatpersonen. Mithilfe von Flugzeugen werden bei herannahenden Gewittern potenzielle Hagelwolken mit einer Mischung aus Silberiodid und Aceton „geimpft“, um die Bildung großer Hagelkörner zu verhindern. Trotz öffenticher Förderung: Eine Wirksamkeit der Hagelfliegerei ist wissenschaftlich bisher nicht erwiesen.
Vor allem Landwirtschaft ist von Hagelschäden betroffen
Gerade aus der Landwirtschaft heraus gibt es ein starkes Interesse an solchen Maßnahmen, da Hagelschlag erhebliche Schäden an Feldfrüchten und Obstplantagen verursachen kann. Obwohl das Prinzip der Wolkenimpfung wissenschaftlich etabliert ist, fehlt ein Nachweis der Wirksamkeit hinsichtlich der Hagelvermeidung. Dennoch kommen Hagelflieger weiterhin regelmäßig zum Einsatz – zum Teil auch in Verbindung mit wissenschaftlicher Begleitforschung. Gänzlich wirkungslos sind Hagelkanonen, die mit starken Schallimpulsen Hagel zerstören sollen und Anfang des 20. Jahrhunderts weit verbreitet waren.
Warnsysteme
Insgesamt spielt bei der öffentlichen Prävention die Wettervorhersage und Warnhinweise für die Bevölkerung eine große Rolle. Da es im Grunde keine großflächigen, baulichen Präventionsmaßnahmen der öffentlichen Hand gegen Hagelschäden gibt, ist die Frühwarnung ein zentraler Baustein bei der Schadenverhinderung. Der DWD als vom Steuerzahler finanzierte Bundesoberbehörde übernimmt im Rahmen seines gesetzlichen Auftrags die Warnung der Bevölkerung vor Hagelstürmen. Einen wichtigen Beitrag zum Schutz vor Hagelschlag leisten Warnapps, die u.a. durch die Wetterdaten des DWD gespeist sind. Zu nennen wären hier die
- Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes (NINA) – kostenfrei; standortspezifische Warnung z.B. vor schwerem Gewitter mit Hagel; enthält allerdings keine Warnung spezifisch für Hagel.
- WarnWetter-App des DWD – kostenfreie Version enthält standortspezifische Warnung vor Gewittern inkl. Prognosen; kostenpflichtige (einmalig 2,49 €) Version enthält eine konkrete Warnung vor Hagel.
Eine spezifisch auf Hagelgefährdung ausgerichtete Website findet sich auf www.stormforecast.eu, herausgegeben von ESSL (European Severe Storms Laboratory); allerdings enthält diese Seite keine automatische Warnfunktion via App.
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