Hagelschaden: So gefährdet ist mein Haus wirklich

Auch wenn Hagelereignisse regional unterschiedlich oft vorkommen und nicht jeder Teil Deutschlands stark gefährdet ist: Statistisch gesehen trifft jedes zweite Haus in Deutschland innerhalb von 50 Jahren ein schwerer Hagelsturm. Vor allem in Süd- und Westdeutschland ist die Hagelgefahr besonders hoch. Nord- und Ostdeutschland sind weniger stark betroffen – ausgeschlossen sind Hagelstürme dort allerdings nicht.

Hagelschäden an einem Gebäude
© Elementa / Christina Haristes

Hagel lässt sich nur schwer voraussagen

Da Hagel nur unter ganz bestimmten Bedingungen entsteht, lässt er sich schwer und wenn nur sehr kurzfristig genau voraussagen. Präventiver Schutz ist dann meist nicht mehr möglich. So hilft nur noch akute Handlung, etwa das vor allem in der Schweiz propagierte „Store hoch“ – der Hinweis darauf, dass Rollläden (Store) in der Regel weniger hagelsicher sind als Fenster.

Kosten-Nutzen-Rechnung

Fehlende verlässliche Vorhersagen erschweren auch die genaue Eingrenzung der Gefahr für einen kleinräumlichen Standort. Ob es sich materiell lohnt, Ihr Haus hagelsicher zu bauen oder zu sanieren, unterliegt Ihrer eigenen Kosten-Nutzen-Rechnung unter Beachtung des Risikos an Ihrem Wohnort.

Immaterielle Schäden durch Hagel

Was in einer solchen Kosten-Nutzen-Rechnung nur schwer einzupreisen ist, sind die immateriellen Schäden, die ein Unwetter verursacht. Schwere Schäden am eigenen Heim, die die Bewohnerinnen und Bewohner hautnah miterleben, sind oft traumatisch. Sie sind oft selbst nach vielen Jahren noch belastend für Betroffene. Das zeigt eine Dokumentation des Bayerischen Fernsehens von 2019 eindrücklich, erschienen 35 Jahre nach dem „Jahrhunderthagel von München“.

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Kontrollverlust durch Naturgefahren

Viele Betroffene berichten nach Sturmereignissen, Hochwasser oder Starkregen von einem tiefen Gefühl des Kontrollverlusts. Ähnlich wie bei Einbruchsopfern kann es zudem zu einem mitunter langanhaltenden Unsicherheitsgefühl in den eigenen vier Wänden kommen. Je nach den Auswirkungen kann sich der immaterielle Schaden zudem potenzieren. Etwa wenn persönliche Erinnerungsstücke zerstört werden, Familienangehörige zu Schaden kommen, die Wohnung kurz- oder gar langfristig unbewohnbar wird und somit auch handfeste existenzielle Ängste entstehen.

Dauerhafte Sanierung erst nach Rücksprache mit Versicherung

Nach einem Schaden am Haus rücken viele andere Dinge in den Hintergrund. Zuerst muss das Gebäude notdürftig gesichert werden. Dauerhafte Reparaturen hingegen sollten erst erfolgen, wenn alle versicherungsrelevanten Fragen geklärt sind – und die lassen sich oft nur durch einen Berg Papierkram beantworten. Kann die Reparatur los gehen, entstehen oft über eine längere Zeit Baulärm und Einschränkungen in den Wohnumständen.

Von Vornherein auf den Schutz vor Naturgefahren achten

Ja, sichere Bauteile sind manchmal – aber nicht immer – teurer als „einfache“ Baustoffe. Mit ihnen „erkaufen“ Sie sich aber auch ein sichereres Gefühl und ersparen sich alle materiellen und immateriellen Nachteile eines großen Schadens. Es kann sich also lohnen, bei einer ohnehin anstehenden Sanierung oder beim Neubau von vornherein auf den Gebäudeschutz vor Naturgefahren zu achten. Sie selbst haben es in der Hand!