Schritt für Schritt zum hagelsicheren Haus

Die Gefahren durch Naturschäden steigen. Hagel und Sturm, Starkregen und Hochwasser nehmen nachweislich zu. Das sollten Sie berücksichtigen, wenn Sie ein neues Haus bauen oder ihr bestehendes sanieren wollen.

Klar, die Baukosten eines gut geschützten Hauses sind etwas höher als bei einfacher Bauweise. Auf längere Sicht hingegen spart es seinen Besitzerinnen und Besitzern aber Geld. Nicht nur, weil sich so mögliche Schäden vermeiden lassen. Viele schützende Bauelemente zahlen auf die Energieeffizienz Ihres Hauses ein. Das senkt die Heizkosten. Auch die Gebäudeversicherung ist oft billiger, wenn das versicherte Haus bereits geschützt ist.

Ein Bauleiter berät eine Familie beim Hausbau.
© Elementa / Christina Haristes

Wie können Sie Ihr Haus schützen?

Wir haben eine einfache Checkliste zusammengestellt, mit der Sie vor Beginn einer Haussanierung überprüfen können, ob Ihr Gebäude bereits über einen gewissen Hagelschutz verfügt. Für Bauherrschaften, die einen Neubau planen, ist vor allem die Risikobewertung wichtig. Nach dieser sollten Sie Ihre Materialwahl treffen.

Schritt für Schritt hagelsicher sanieren

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Schritt 1: Risikobewertung

Zuerst prüfen Sie, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für schwere Hagelstürme an Ihrem Standort ist.

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Schritt 2: Vorhandenes prüfen

Vergewissern Sie sich, wie hagelsicher die bereits vorhandenen Bauteile an Ihrem Gebäude sind. Als Faustregel gilt: Je neuer die Bauteile, etwa Fenster oder Dachziegel, desto hagelsicherer sind sie. Eine Garantie ist das Alter allerdings nicht. Wenn Sie ein Haus kaufen, besteht die Möglichkeit, anhand von Rechnungen und Lieferscheinen des Vorbesitzers / der Vorbesitzerin Art und Herkunft und damit die Hagelwiderstandsfähigkeit der verwendeten Bauelemente zu ermitteln.

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Schritt 3: Nach Bedarf sanieren

Am besten geschützt ist Ihr Haus mit Bauteilen, die allesamt nachweislich hagelsicher sind. Natürlich ist es aber immer auch eine Kostenfrage, ob Sie Ihr Gebäude von außen vollumfänglich sanieren. Wenn Sie nur punktuell erneuern wollen oder können, lohnt es sich trotzdem, auf den Hagelwiderstand zu achten. Mehr erfahren Sie in unserem Kosten-Nutzen-Rechner.

Dachhaut

Sind Ihre Dachziegel alt und sollten getauscht werden, achten Sie bei der neuen Eindeckung auf den Hagelschutz. Je nach Region kann eine geringe Hagelwiderstandsklasse (HW 2 oder HW 3) bereits ausreichend sein. In hagelgefährdeten Gebieten sollten Sie aber besser zur HW 4 oder 5 greifen. Passende Ziegel finden Sie in unserem Bauteileregister.

Ihre Dachziegel sind noch in Ordnung, Sie planen aber eine neue Dämmung? Es gibt Dämmplatten, die ebenfalls eine Hagelschutzwirkung haben. Zwar können dann die Ziegel immer noch bei einem schweren Hagelschlag Schaden nehmen. Die darunter liegende Dämmung aber schützt das Gebäudeinnere: Der Hagel kann die Paneele nicht durchschlagen. So wird auch das Eindringen von Regenwasser erschwert. Widerstandsfähige Dämmplatten finden Sie in unserem Bauteileregister.

Fenster, Dachfenster, Lichtkuppeln

Bei Fenstern greift ebenfalls die Faustregel, je älter sie sind, desto größer die Bruchgefahr. Vor allem alte, einfachverglaste Fenster bieten kaum Schutz vor schwerem Hagel. Nicht nur zerbrechen sie und schützen somit nicht mehr vor oft mit Hagel einhergehendem Regen. Sie können durch ihre scharfen Bruchkanten auch zu Verletzungen führen. Doppelverglasung schützt bereits besser. Aktuelle Standard-Fenster sind recht robust, halten oft bereits Körnern der HW 3 stand.

Steht bei Ihnen der Tausch der Fenster an, sollten Sie in hagelgefährdeten Regionen unbedingt den Hagelschutz mitbedenken. Da in Deutschland selten Fenster „von der Stange“ gekauft werden, hilft Ihnen in diesem Fall Ihre Fensterbau-Fachfirma weiter. Sie berät Sie bezüglich der Hagelwiderstandsfähigkeit ihrer Fenster. Bedenken Sie dabei auch die Verdunkelung. So gibt es hagelsichere Rollläden, Jalousien und Fensterläden. Anders als vertikale Fenster werden Dachfenster und Lichtkuppeln sehr viel häufiger in standardisierten Maßen und in großer Stückzahl produziert. Darum sind diese oft bereits ab Werk mit einer spezifischen Hagelwiderstandsklasse ausgezeichnet. Bei diesen Fenstern ist eine gewisse Robustheit ohnehin angeraten, da Dachfenster und Oberlichter der Witterung viel unmittelbarer ausgesetzt sind als „normale“ Fenster. Hagelsichere Dachfenster und Lichtkuppeln finden Sie in unserem Bauteileregister.

Photovoltaikanlagen

PV-Anlagen werden in Deutschland schon lange auf eine gewissen Hagelsicherheit hin geprüft. Internationaler Standard ist die Prüfung nach IEC 61215, die neben der Hagelsicherheit auch auf Temperaturwechsel, Feuchtigkeit und mechanische Belastung (Schneelast) achtet. Der Hageltest entspricht in etwa der Hagelwiderstandsklasse 2 bis 3. Wer hagelsicherere PV-Module wünscht, sollte auf solche Produkte zurückgreifen, die zusätzlich geprüft sind und die Anforderungen an HW 4 oder 5 erfüllen. Das kann sogar versicherungsrelevant sein: Nur Besitzerinnen und Besitzer von HW-geprüfte Anlagen erhalten bei einigen Versicherern nach schweren Hagelschäden die volle Leistungserstattung.

Fassaden

An Fassaden kann Hagel deutlich sichtbaren Schaden anrichten. Struktureller Schaden hingegen ist eher selten. Trotzdem kann auch eine durch Hagel beschädigte Fassade langwierige Probleme verursachen. So kann durch mögliche Haarrisse Wasser ins Mauerwerk eindringen und dieses im Winter durch Frost zusätzlich beschädigen. Auch Schimmel ist möglich. Manche solcher Schäden werden erst nach langer Zeit entdeckt, lassen sich womöglich nicht mehr auf ein bestimmtes Schadenereignis zurückführen. Dann kann es teuer werden: Denn unter bestimmten Voraussetzungen kommt die Gebäudeversicherung nun nicht mehr für den Schaden auf.

Daher raten wir Bauherrschaften in hagelgefährdeten Regionen, auch bei der Fassadengestaltung auf Schlagsicherheit zu achten. Sowohl Dämmplatten als auch Putz, Natursteine, Klinker und andere Fassadenverkleidungen gibt es mit HW-Einstufung. Passend dazu gibt es hagelsicheres Zubehör wie Profile, Paneele, Türen und Tore. Schließlich gibt es weitere hagelsichere Bauteile, etwa Briefkästen, Poolabdeckungen, Fensterbretter und Schutznetze für Autoabstellflächen.

Schritt für Schritt zum hagelsicheren Neubau

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Nach Bedarf bauen

Am besten geschützt ist Ihr Haus mit Bauteilen, die allesamt nachweislich hagelsicher sind. Natürlich ist es aber immer auch eine Kostenfrage, ob Sie Ihr Gebäude vollumfänglich sichern. Je nach Risikogebiet und Ihrer persönlichen Kosten-Nutzen-Rechnung kann es durchaus sinnvoll sein, nur einzelne Teile des Gebäudes vor Hagelschaden zu schützen.

Dachhaut

Je nach Region kann eine geringe Hagelwiderstandsklasse (HW 2 oder 3) bereits ausreichend sein. In hagelgefährdeten Gebieten sollten Sie aber besser zur HW 4 oder 5 greifen. Passende Ziegel finden Sie in unserem Bauteileregister.

Alternativ oder zusätzlich können Sie auf Dämmplatten setzen, die ebenfalls eine Hagelschutzwirkung haben. Zwar können dann die Ziegel immer noch bei einem schweren Hagelschlag Schaden nehmen. Die darunter liegende Dämmung aber schützt das Gebäudeinnere: Der Hagel kann die Paneele nicht durchschlagen. So wird auch das Eindringen von Regenwasser erschwert. Widerstandsfähige Dämmplatten finden Sie in unserem Bauteileregister. Zum Dach gehören weitere Bauteile wie Dachrinnen, Fallrohre, Blechprofile und Firststeine. Auch für andere Dacharten wie Flachdächer, schindelgedeckte Dächer, Blechdächer oder Dächer aus Faserverbundplatten gibt es hagelsichere Bauteile und hagelsicheres Zubehör.

Fenster, Dachfenster, Lichtkuppeln

Vor allem einfachverglaste Fenster bieten kaum Schutz vor schwerem Hagel. Sie spielen bei Neubauten inzwischen so gut wie keine Rolle mehr. Standard in Deutschland ist mindestens eine Doppelverglasung, die bereits einen Basis-Schutz bieten. Der entspricht etwa HW 3, ist aber nicht zertifiziert. In Deutschland werden Fenster selten „von der Stange“ gekauft, sondern nach Maß bei Fensterbau-Fachfirmen. Sie berät Sie bezüglich der Hagelwiderstandsfähigkeit ihrer Fenster. Bedenken Sie dabei auch die Verdunkelung. So gibt es hagelsichere Rollläden, Jalousien und Fensterläden.

Anders als vertikale Fenster werden Dachfenster und Lichtkuppeln sehr viel häufiger in standardisierten Maßen und in großer Stückzahl produziert. Darum sind diese oft bereits ab Werk mit einer spezifischen Hagelwiderstandsklasse ausgezeichnet. Bei diesen Fenstern ist eine gewisse Robustheit ohnehin angeraten, da Dachfenster und Oberlichter der Witterung viel unmittelbarer ausgesetzt sind als „normale“ Fenster. Hagelsichere Dachfenster und Lichtkuppeln finden Sie in unserem Bauteileregister.

Photovoltaikanlagen

PV-Anlagen werden in Deutschland schon lange auf eine gewissen Hagelsicherheit hin geprüft. Internationaler Standard ist die Prüfung nach IEC 61215, die neben der Hagelsicherheit auch auf Temperaturwechsel, Feuchtigkeit und mechanische Belastung (Schneelast) achtet. Der Hageltest entspricht in etwa der Hagelwiderstandsklasse 2 bis 3. Wer hagelsicherere PV-Module wünscht, sollte auf solche Produkte zurückgreifen, die zusätzlich geprüft sind und die Anforderungen an HW 4 oder 5 erfüllen. Das kann sogar versicherungsrelevant sein: Nur Besitzerinnen und Besitzer von HW-geprüften Anlagen erhalten bei einigen Versicherern nach schweren Hagelschäden die volle Leistungserstattung.

Fassaden

An Fassaden kann Hagel deutlich sichtbaren Schaden anrichten. Struktureller Schaden hingegen ist eher selten. Trotzdem kann auch eine durch Hagel beschädigte Fassade langwierige Probleme verursachen. So kann durch mögliche Haarrisse Wasser ins Mauerwerk eindringen und dieses im Winter durch Frost zusätzlich beschädigen. Auch Schimmel ist möglich. Manche solcher Schäden werden erst nach langer Zeit entdeckt, lassen sich womöglich nicht mehr auf ein bestimmtes Schadenereignis zurückführen. Dann kann es teuer werden: Denn unter bestimmten Voraussetzungen kommt die Gebäudeversicherung nun nicht mehr für den Schaden auf.

Daher raten wir Bauherrschaften in hagelgefährdeten Regionen, auch bei der Fassadengestaltung auf Schlagsicherheit zu achten. Sowohl Dämmplatten als auch Putz, Natursteine, Klinker und andere Fassadenverkleidungen gibt es mit HW-Einstufung. Passend dazu gibt es hagelsicheres Zubehör wie Profile, Paneele, Türen und Tore. Schließlich gibt es weitere hagelsichere Bauteile, etwa Briefkästen, Poolabdeckungen, Fensterbretter und Schutznetze für Autoabstellflächen.