Schwerer Hagel kann Ihr Haus gleich in mehrfacher Hinsicht beschädigen

Hagel verursacht vor allem zwei Arten von Schäden: Direkte, primäre Zerstörung und nachfolgende, sekundäre Schäden. Hagelschaden sollten Sie immer dokumentieren – selbst kleine Vorfälle.

Durch hagelschlag zerstörte Hausfassade
Die beschädigte Fassade eines mehrstöckigen Wohnhauses nach einem Hagelsturm. Auch Rollläden sind beschädigt. © Pixabay

Primärer Hagelschaden

Primäre Schäden sind die Zerstörungen und Beschädigungen, die direkt vom einschlagenden Hagel verursacht werden. Ein solcher Hagelschaden reicht von Dellen auf Blechdächern über gesprungene oder komplett geborstene Dachziegel, zerstörte Dachfenster und Lichtkuppeln bis hin zu durchgeschlagenen Dämmplatten am Dach. An Hauswänden können der Fassadenputz, die dahinterliegende Dämmschicht und Rollläden regelrecht durchlöchert werden, Fensterscheiben bersten. Sichere Bauelemente finden Sie in unserem Bauteilregister.

Hagelschaden: Typische Auswirkungen

Typische Schäden sind dunkle, kreisrunde Druckstellen auf Bitumen- und Schindeldächern. Abgesplitterte Kanten, radiale Risse oder komplett herausgebrochene und durchgebrochene Stücke an Beton- oder Tonziegeln und Faserzementplatten sind ebenfalls mögliche Hagelschäden. Runde Dellen und eingedrückten Sicken können auf Blechdächern entstehen. An verblendeten Fassaden sind ebenfalls Dellen möglich. Rollläden können an einzelnen Lamellen oder komplett durchschlagen werden. Fenster können Risse bekommen oder ganz zerbersten. Auch an Dachrinnen und Fallrohren sind bei Hagel Schäden möglich.

Ein durch Hagelschlag beschädigter Rollladen.
Ein durch Hagelschlag beschädigter Rollladen.© Pixabay

Vorsicht vor vermeintlich geringem Hagelschaden

Mancher Hagelschaden ist augenscheinlich nur oberflächlich oder gering. Er kann aber mit der Zeit beträchtlicher werden. An Photovoltaik-Anlagen etwa können Mikrorisse den Ertrag reduzieren. Sprünge in Dachziegeln vergrößern sich und können nach Wochen oder Monaten zum Brechen führen. In kleine Risse kann Wasser eindringen, bei Frost dehnt sich dieses aus und führt zum Bersten des Baustoffs. Im schlimmsten Fall kommt es so erst lange nach dem eigentlichen Hagelereignis zu sekundären Schäden.

Sekundärer Hagelschaden

Als sekundärer Hagelschaden werden Folgen von Hagelzerstörungen bezeichnet. Diese können gleichzeitig mit dem Hagelschaden auftreten oder erst viele Wochen nach dem eigentlichen Unwetter entstehen. Typisch sind etwa eindringendes Regenwasser wegen des beschädigten Dachs. Ist der sichtbare Schaden am Dach gering und es tritt unbemerkt Regenwasser ein, kann es zu langwierigen Folgeschäden kommen. So kann sich etwa unbemerkt Schimmel ausbreiten. Eindringendes Wasser kann aber auch unmittelbare Schäden verursachen, etwa am Mobiliar, an und in den Wänden und in der Elektroinstallation. Sogar ein Feuer kann so – etwa durch einen Kurzschluss – ausgelöst werden.

Hagelschaden an einem Hausdach.
Hagel- und Sturmschäden am Giebeldach eines Hauses. © Pixabay

Hagelschaden und Versicherungen

Problematisch für Versicherungsnehmerinnen und -nehmer wird es, wenn sich der sekundäre Schaden erst nach längerer Zeit zeigt und nicht (mehr) eindeutig dem Unwetterschaden zugeordnet werden kann. Dann könnte es sogar passieren, dass die Versicherung nicht alle Kosten erstattet. Daher sollten Sie auch vermeintlich kleinere Schäden gründlich dokumentieren.