Rekordbeteiligung beim „Blauen Kompass“

Bundespreis feiert Jubiläum zum zehnjährigen Bestehen – jetzt abstimmen

Der Bundespreis „Blauer Kompass“ feiert sein zehnjähriges Bestehen – und erreicht mit 488 eingereichten Projekten einen neuen Teilnahmerekord. Eine Fachjury hat daraus 25 Projekte aus ganz Deutschland nominiert, die beispielhaft zeigen, wie sich Kommunen, Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Initiativen an die Folgen des Klimawandels anpassen.

Bis zum 23. Juni 2026 kann die Öffentlichkeit online über den Puiblikums-Preis abstimmen. Die Kategorie-Sieger werden Anfang Juli von einer unabhängigen Fachjury ausgewählt. Die Preisverleihung findet am Donnerstag, 17. September 2026, im Rahmen der Woche der Klimaanpassung in Berlin statt.

Auf einem vertrockneten Acker blüht eine Blume.
Eine Blume blüht auf einem vertrockneten Acker.© Pixabay

Klimaanpassung gewinnt weiter an Bedeutung

Die Rekordzahl der Bewerbungen zeige, dass Klimaanpassung in Deutschland zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die eingereichten Projekte reichen von innovativen Konzepten zum Hitzeschutz und Starkregenmanagement über klimaangepasste Landwirtschaft bis hin zu Bildungsangeboten und naturbasierten Lösungen für mehr Klimaresilienz.

Rita Schwarzelühr-Sutter: Klimaanpassung entwickelt sich dynamisch

Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesumweltministerium (BMUKN) und „Blauer Kompass“ Jurymitglied Rita Schwarzelühr-Sutter: „Die Rekordzahl an Bewerbungen zum Jubiläum des Bundespreises ‚Blauer Kompass‘ zeigt eindrücklich, wie dynamisch und vielfältig sich die Klimaanpassung in Deutschland entwickelt“, sagt Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesumweltministerium (BMUKN) und „Blauer Kompass“-Jurymitglied. Die nominierten Projekte seien besonders wegweisende Beispiele dafür, „wie wir uns den Herausforderungen und Folgen des Klimawandels stellen und zukunftsfähige Lösungen dafür finden können. Aber auch die vielen anderen Projekte zeigen beeindruckende innovative Lösungen.“

Für UBA-Vizepräsidentin und Jurymitglied Dr. Lilian Busse: mache der „Blaue Kompass“ erneut sichtbar, wie stark Klimafolgen die Menschen berühren und dass die Vorsorge und Anpassung an diese Folgen immer mehr in der Breite der Gesellschaft ankommen. „Der Bundespreis bietet dabei wichtigen Raum für Kreativität und Engagement. So können wir gemeinsam den Weg zu einem klimaresilienten Deutschland erfolgreich gestalten.“

Fünf Kategorien und erstmals eine Schul-Kategorie

Der Bundespreis „Blauer Kompass“ wird alle zwei Jahre gemeinsam vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) und dem Umweltbundesamt (UBA) vergeben. Er gilt als die höchste staatliche Auszeichnung für Projekte zur Klimaanpassung in Deutschland.

2026 werden Projekte in fünf Kategorien ausgezeichnet:

  • Kommunen
  • Private und kommunale Unternehmen
  • Schulen (erstmals dabei)
  • Forschungs- und Bildungseinrichtungen
  • Verbände, Vereine und Stiftungen

Jedes ausgezeichnete Projekt erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro. Zusätzlich wird ein Community-Preis vergeben, dessen Gewinner durch eine öffentliche Online-Abstimmung bestimmt wird.

Nach welchen Kriterien wurden die Projekte ausgewählt?

Die eingereichten Projekte wurden anhand der sechs Kriterien guter Praxis der Klimaanpassung bewertet:

  • Wirksamkeit
  • Robustheit
  • Nachhaltigkeit
  • finanzielle Tragbarkeit
  • positive Nebeneffekte
  • Flexibilität

Die fachliche Bewertung erfolgte zunächst durch das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und die Beratungsgesellschaft co2online. Anschließend prüften das Umweltbundesamt und das Bundesumweltministerium die am besten bewerteten Projekte und wählten daraus die 25 Nominierten aus.

Die nominierten Projekte

Kategorie „Kommunen“

  • Landkreis Fulda, „Starkregenfrühalarmsystem – Risiken früh erkennen, Menschen wirksam schützen“, Fulda, Hessen
  • Kooperation von Gemeindeverband Mittleres Schussental, Kreis Konstanz, Kreis Ravensburg und Stadt Singen, „KlimAzubi – Fortbildungsreihe für Auszubildende in der öffentlichen Verwaltung zum Thema Klimaanpassung“, Ravensburg, Baden-Württemberg
  • Landeshauptstadt Wiesbaden, „Elsässer Park Wiesbaden – Transformation eines innerstädtischen Parkplatzes in einen klimaresilienten Schwammstadt-Park“, Wiesbaden, Hessen
  • Stadtverwaltung Plauen, „1. Plauener Klimainsel“, Plauen, Sachsen
  • Stadt Hamm, „Gemeinsam stark gegen die Hitze! Hitzeaktionsplan Hamm“, Hamm, Nordrhein-Westfalen

Kategorie „Private und kommunale Unternehmen“

  • Landwirtschaftsbetrieb Stefan Bernickel, „Schwamm-Acker Gramzow: Systemische Bodenregeneration als Antwort auf Extremwetter“, 17291 Prenzlau, Brandenburg
  • Hessische Landgesellschaft mbH, „100 Wilde Bäche für Hessen“, Kassel, Hessen
  • Regenmodule UG, „Regenwasserbank – Zeit, auf Regen zu setzen“, Berlin
  • Harald Müller Metall-Sonderfertigung GmbH, „PEELIKAN Löschdrohnen“, Ludwigsfelde, Brandenburg
  • Green City Solutions GmbH, „Moos-basierte Klimaresilienz: bio-digitale Lösungen zur Hitze- und Schadstoffminderung“, Bestensee, Brandenburg

Kategorie „Schulen“

  • Olof-Palme-Gesamtschule der Gemeinde Hiddenhausen, „OPG-Klimawald und Streuobstwiese“, Hiddenhausen, Nordrhein-Westfalen
  • Stadtteilschule Bergedorf, „Gestaltung eines Innenhofes eines Schulgebäudes“, Hamburg
  • Grundschule Belgershain, „Belgi for future – Gemeinsam zur klimastarken Schule!“, Belgershain, Sachsen
  • Friedensburg-Oberschule, „Mission #CoolSchool – Friedensburg-Oberschule works together zur Verbesserung unserer Klimaresilienz!“, Berlin
  • Sankt Mauritius-Sekundarschule, „Campus Cultiva“, Halle, Sachsen-Anhalt

Kategorie „Forschungs- und Bildungseinrichtungen“

  • Katholische Stiftungshochschule für angewandte Wissenschaften München, „Planetary Health und klimasensible Hebammenarbeit – Ein innovatives Konzept zu Klimavorsorge und -anpassung im Gesundheitswesen“, München, Bayern
  • grün&bunt gUG, „Anpassung beginnt im Kindesalter – Klimakompetenz durch forschendes Lernen“, Wilhelmshaven, Niedersachsen
  • Technische Universität Berlin, „ClimateHOOD_CampusPARK Charlottenburg“, Berlin
  • Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, „MisKaRe – Natürlicher Schutz vor Starkregen durch klimaangepasste Landwirtschaft“, Rheinbach, Nordrhein-Westfalen
  • Universität Heidelberg in Kooperation mit dem Heidelberg Institute for Geoinformation Technology (HeiGIT), „HEAL Hitzeanpassung für vulnerable Bevölkerungsgruppen“, Heidelberg, Baden-Württemberg

Kategorie „Verbände, Vereine und Stiftungen“

  • BaumEntscheid e. V., „Vom Gesetz zur grünen Realität – Skalierung durch Innovation“, Berlin
  • Förderverein NaturGut Ophoven e. V., „Die MutReiferei – Mut als Zukunftskompetenz für das Leben mit dem Klimawandel“, Leverkusen, Nordrhein-Westfalen
  • Allianz B303+ e.V., „Schwammregion Allianz B303+ Klimaresilienz durch dezentralen Wasserrückhalt im Gemeindeverbund“, Sonnefeld, Bayern
  • Stiftung Zukunft Wald, „Schulwälder gegen Klimawandel – Pflanzt nicht Worte, sondern Bäume“, Braunschweig, Niedersachsen
  • wilde-natur.org gGmbH, „Modellregion Aue: KI-gestützte klimaadaptive Schöpfwerksteuerung für energieeffizientes Wassermanagement“, Bülkau, Niedersachsen

Die Vielfalt der nominierten Projekte zeigt, dass wirksame Klimaanpassung in ganz unterschiedlichen Bereichen möglich ist – von der kommunalen Planung über die Landwirtschaft bis hin zu Bildung, Forschung und Ehrenamt.

Auch die private Klimaanpassung ist wichtig. So kann jeder dafür sorgen, dass sein eigenes Gebäude gut vor Schäden durch Naturgefahren geschützt ist. Je mehr Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer für klimaresiliente Gebäude sorgen, desto größer ist deren Einfluss auch auf die Gesamtbilanz beim Hochwasser- und Starkregenschutz.

Jetzt für den Community-Preis abstimmen

Bis zum 23. Juni 2026 können Interessierte online für ihr Favoritenprojekt abstimmen. Das Projekt mit den meisten Stimmen erhält den Community-Preis und ein Preisgeld von 25.000 Euro.

Weitere Informationen zum Bundespreis, den nominierten Projekten und zur Online-Abstimmung finden Sie hier.


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