Softwarelösungen für die kommunale Starkregenvorsorge

Die folgende Auflistung enthölt unterschiedliche Produkte, frei verfügbar oder kommerziell, die verschiedene Aspekte der kommunalen Starkregenvorsorge abdecken – sei es den Aufbau von Warn- und Krisenmanegementsystemen oder generelle Hilfestellungen zur Resilienzsteigerung.

Beachten Sie: die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wir nehmen gerne weitere Produkte zum Starkregen- und Überflutungsmanagement in unsere Liste auf. Kontaktieren Sie uns unter service@elementa.org.

Anpassungsscanner
Dynamische Starkregen-Gefahrenkarten
FLIWAS
FloodWaive
Flood4Cast
KlimA-Lok
ReSiPlan Tool Box

„Anpassungsscanner“ zur Bewertung der Aktivitäten und Handlungsbedingungen von Kommunen, bereitgestellt durch das Umweltbundesamt.

Der Anpassungsscanner des Umweltbundesamtes ist ein Bewertungs- und Analysewerkzeug für Kommunen zur Einschätzung ihres aktuellen Stands bei der Klimaanpassung. Technisch basiert das Tool auf einem strukturierten Excel-System mit automatisierter Auswertung, grafischer Ergebnisdarstellung und einem wissenschaftlich entwickelten Fragenkatalog. Abgedeckt werden fünf zentrale Handlungsfelder: Werte und Leitbilder, Wissen und Datengrundlagen, Zusammenarbeit und Zuständigkeiten, Ressourcen und Kapazitäten sowie Strategien und Maßnahmenumsetzung. Der Scanner ermöglicht Kommunen eine systematische Selbstbewertung, dokumentiert Fortschritte über die Zeit und identifiziert Stärken, Defizite und Handlungsbedarfe. Zusätzlich verknüpft das Tool lokale Betroffenheiten – etwa durch Starkregen, Hitze oder Dürre – mit bereits vorhandenen Anpassungsmaßnahmen und ordnet Kommunen verschiedenen Klimaraumtypen zu.

Dynamische Starkregen-Gefahrenkarten, Hervorgegangen aus dem Verbundprojekt KiWaSuS, vertrieben von der fuseki GmbH.

Die Lösung unterstützt Kommunen und Betreiber dabei, Starkregenereignisse frühzeitig zu erkennen und potenzielle Überflutungen besser einzuschätzen. Dafür werden unterschiedliche Wetter-, Niederschlags- und Umweltdaten auf einer zentralen Plattform zusammengeführt und übersichtlich visualisiert. Die Karten werden fortlaufend mit aktuellen Niederschlags- und Abflussinformationen aktualisiert und ermöglichen dadurch eine räumlich hochaufgelöste Prognose potenzieller Überflutungsschwerpunkte, die Einsatzkräften und Kommunen eine frühzeitige Priorisierung von Schutz- und Einsatzmaßnahmen erleichtert. Kritische Bereiche und Hotspots lassen sich gezielt überwachen, sodass betroffene Stellen frühzeitig informiert und Maßnahmen schnell eingeleitet werden können. Anwendungen und Projekte bestehen unter anderem in Gelsenkirchen und Schwerte.

„FLIWAS“, das Flut- und Informationswarnsystem von Baden-Württemberg, betrieben durch Komm.ONE AöR (nur verfügbar in Baden-Württemberg).

FLIWAS ist ein webbasiertes Hochwasser- und Krisenmanagementsystem zur Unterstützung von Kommunen, Einsatzkräften und Wasserbehörden bei Hochwasser- und Starkregenereignissen. Die Plattform bündelt verschiedene technische Werkzeuge in einer zentralen Anwendung: Dazu gehören digitale Gefahren- und Hochwasserkarten, die Integration von Echtzeitdaten und hydrologischen Vorhersagen, Schnittstellen zu Warn- und Informationssystemen sowie Funktionen zur Unterstützung und Steuerung von Alarm- und Einsatzplänen. Über interaktive Karten, Pegel- und Wetterdaten sowie lagebezogene Dokumentation ermöglicht FLIWAS ein gemeinsames Lagebild für alle beteiligten Akteure

FloodWaive, entwickelt und vertrieben von FloodWaive Predictive Intelligence GmbH.

FloodWaive ist eine KI-gestützte Analyse-, Prognose- und Entscheidungsplattform für das Management von Hochwasser- und Starkregenrisiken. Technologischer Kern ist DeepWaive, eine physik-informierte KI-Engine, die hydrodynamische 2D Modellierung mit künstlicher Intelligenz verbindet. Auf Basis hydrometeorologischer Beobachtungs- und Vorhersagedaten sowie topographischer, hydrologischer und infrastruktureller Informationen berechnet FloodWaive hochaufgelöste dynamische Überflutungsszenarien. Lageentwicklungen können nahezu in Echtzeit analysiert und für operative Entscheidungen nutzbar gemacht werden. Ergänzend ermöglicht FloodWaive probabilistische Überflutungsvorhersagen, Risikoanalysen, wirkungsbezogene Auswertungen und Warnprozesse. Adress- und objektscharfe Gefährdungs- und Risikoinformationen für Einzelobjekte, Infrastrukturen und Portfolios können bereitgestellt werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der entscheidungsunterstützenden Aufbereitung relevanter Informationen für Einsatzleitungen, Behörden, Kommunen, Infrastrukturbetreiber und Versicherungen.

Flood4Cast (Flutinformations- und –warnsystem). Entwickelt und Vertrieben von Hydroscan Deutschland (Manfred Hachen).

Flood4Cast ist ein digitales Vorhersage- und Frühwarnsystem für urbane Starkregen- und Überflutungsereignisse. Das System verarbeitet radarbasierte Niederschlags-Nowcasts in Echtzeit und übersetzt diese mithilfe hydrodynamischer Modelle in konkrete Überflutungsrisiko-Prognosen – einschließlich erwarteter Wassertiefen und betroffener Bereiche bis auf Stadtteilebene. Die Vorhersagen werden alle fünf Minuten aktualisiert und ermöglichen eine Vorwarnzeit von bis zu 3 Stunden. Grundlage sind hochaufgelöste georeferenzierte Überflutungs- und Gefahrenkarten, die mit aktuellen Wetterradardaten sowie optionalen Messdaten aus Sensoren und Pegeln verknüpft werden, um Überflutungszeitpunkt, Ausdehnung und Wassertiefe räumlich differenziert zu prognostizieren. Technisch kann Flood4Cast in bestehende Warnsysteme sowie in kommunale Einsatz- und Krisenmanagementstrukturen integriert werden. Die Anwendungen wird derzeit in Heidelberg genutzt und richtet sich an Einsatzkräfte und relevante Behörden.

„KlimA-Lok“, webbasiertes Planungs-Tool für Kommunen, kostenfrei hervorgegangen aus dem BMBF-Forschungsprojekt „ExTrass“.

KlimA-Lok ist ein webbasiertes Anwendungstool zur Unterstützung kommunaler Klimaanpassung gegenüber Starkregen und Hitze. Das System führt Kommunen in fünf aufeinander aufbauenden Modulen durch den gesamten Anpassungsprozess: von der Zielfestlegung über Maßnahmenauswahl und Priorisierung bis hin zu Umsetzung und Evaluation. Technisch bietet KlimA-Lok strukturierte Maßnahmendatenbanken mit Steckbriefen, Priorisierungs-Checklisten, Dokumentations- und Berichtsfunktionen sowie geschützte Benutzerkonten zur Verwaltung kommunaler Anpassungsaktivitäten. Ergänzt wird das Tool durch Leitfäden, Schulungsmaterialien und praxisnahe Beispiele speziell für den deutschen Kommunalkontext.

ReSiPlan Tool Box“: Instrumente zur Integration von Starkregenresilienzen in die kommunale Planung, hervorgegangen aus dem „ReSiPlan Projekt“ der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtigen-Geisingen.

Die ReSiPlan Tool Box stellt Kommunen konkrete technische und planerische Werkzeuge zur Verfügung, um Starkregenrisiken systematisch in die Stadt- und Bauleitplanung zu integrieren. Dazu gehören insbesondere GIS-gestützte Analyseverfahren zur Identifikation von Überflutungsflächen, Notwasserwegen und Retentionsräumen, Bewertungs- und Prüfmethoden für Bebauungs- und Flächennutzungspläne sowie das Werkzeug „ReSi_Ret“ zur Abschätzung notwendiger Retentionsvolumina bei Starkregenereignissen. Ergänzt werden diese Instrumente durch standardisierte Planungshilfen, Handlungskataloge und fachlich abgestimmte Leitfäden für Verwaltung und Planungspraxis. Das System soll Risiken frühzeitig sichtbar machen, um klimaresiliente Siedlungsstrukturen zu entwickeln.