2025: Weniger Schäden durch Wetterextreme

GDV-Naturgefahrenreport 2025: Im vergangenen Jahr gab es deutlich weniger versicherte Schäden durch Naturgefahren als in den vorhergehenden Jahren. Der Langzeittrend aber zeige weiterhin nach oben: Naturgefahren nehmen zu, systematische Prävention ist weiterhin nötig. Insgesamt regulierten die Versicherungen im Gesamtverband der Versicherer Schäden durch Naturgefahren in Höhe von 2,6 Milliarden Euro. Im Jahr zuvor waren es noch 5,6 Milliarden Euro. Allein die großen Hochwasser, die fast die gesamte Bundesrepublik heimsuchten, waren seinerzeit für Schäden in Höhe von 2,4 Milliarden Euro verantwortlich – also fast so viel wie die Schäden aller Naturgefahren des vergangenen Jahres zusammengenommen. Haben wir also das Schlimmste hinter uns? Nein, sagt der GDV, und kann das mit Zahlen unterfüttern.

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Schadensumme steigt im langjährigen Vergleich stetig an

Die Klimafolgen haben sich im vergangenen Jahr sozusagen eine kleine Auszeit genommen. Das kommt in der statistischen Betrachtung immer mal wieder vor. Auch 2012 und 2020 lagen die regulierten Schäden unter 3 Milliarden Euro. Gleichzeitig gibt immer wieder deutliche Ausschläge nach oben: 2007 summierten sich die Schäden auf 9,1 Milliarden, 2013 auf 13 Milliarden und im Ahrtal-Jahr 2021 gar auf 17 Milliarden Euro – gleichzeitig die größte Schadenssumme im gesamten Betrachtungszeitraum seit Anfang der 1970er-Jahre. Im mehrjährigen Mittel zeigt die Schadenskurve seit den 1970er-Jahren stetig nach oben. So überstiegen die Schadenssummen der Jahre 1975 bis 1989 in nur viermal 3 Milliarden Euro, von 1990 bis 2004 neunmal und von 2005 bis 2019 jedes Jahr außer 2012 – inflationsbereinigt, wohlgemerkt.

Zunehmende Bedrohung besorgt die Versicherungen

Die zunehmende Bedrohung durch Klimafolgen und dadurch erhöhte Naturgefahren besorgt die Versicherungen. Gleichzeitig sorgt die Debatte um Elementarschaden-Pflichtversicherungen für Verunsicherung in der Branche. Denn nicht zuletzt die verheerenden Waldbrände in Kalifornien haben gezeigt, wie schnell Versicherungssysteme im Großschadensfall kollabieren können.

Die Versicherungen wünschen sich daher eine mehrstufige Strategie aus möglichst hoher Versichertenquote, einem funktionierenden Rückversicherungs-System und verlässlicher Schadensprävention. Die öffentliche Infrastruktur, aber auch und vor allem der Wohnraum der Menschen müsse wirksam vor den Auswirkungen des Klimawandels geschützt werden – baulich, nicht nur durch Versicherungspolicen. Auch wirksame Bauvorschriften seien ein Hebel, darunter etwa das konsequente Verbot von Neubauten in Risikogebieten. Eine reine Absicherung durch (Pflicht-) Versicherungen führe sonst zu einer kaum aufhaltbaren Spirale ansteigender Prämien.

Ganzheitliche Gefahrenabwehr ist dringend erforderlich

„Angesichts der zunehmenden Risiken ist es dringend notwendig, eine ganzheitliche Gefahrenabwehr auszubauen“, sagt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDV. Ein dauerhafter Schutz für Menschen, Gebäude und Infrastruktur könne nur mit konsequenter Prävention und Klimafolgenanpassung als gleichberechtigtes Standbein neben einem möglichst breiten Versicherungsschutz gegen Naturgefahren erreicht werden. „Dazu müssen die Bereiche Versicherung, Vorsorge und Klimaanpassung eng miteinander in einem Gesamtkonzept verknüpft werden“, so Asmussen.

Elementa hilft bei der baulichen Prävention

Elementa – Zentrum Naturgefahren hilft Bauherrschaften, Planern und Architekten dabei, sinnvolle von überflüssigen Präventionsmaßnahmen zu unterscheiden. Schritt-für-Schritt-Leitfäden helfen dabei, diese Präventionsmöglichkeiten für die Naturgefahren Starkregen, Hochwasser und Hagel umzusetzen.


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