Grenzwert um das 600-fache überschritten

Anfang Juni 2013 steigt das Wasser der Donau nach vielen Tagen anhaltenden Regens bei Deggendorf in Niederbayern auf einen nie dagewesenen Höchststand. Ein Damm bricht, der Stadtteil Fischerdorf wird komplett überschwemmt. Im Ortskern steht das Wasser der Donau mehr als zwei Meter hoch. Alle Gebäude des Dorfs stehen unter Wasser. Die Aufräumarbeiten dauern Monate, mitunter gar Jahre. Doch was bedeutet das konkret für die vom Hochwasser Betroffenen?

Mehrere Hundert Liter Heizöl laufen aus

Das vermietete Einfamilienhaus steht beim Hochwasser Anfang Juni bis zum Erdgeschoss unter Wasser. Der Heizöltank im Keller verliert während der Überschwemmung mehrere Hundert Liter Brennstoff. Bei den insgesamt drei Gutachterbesuchen im Juli und August stellen die Gutachter deutlichen Heizölgeruch im Gebäude und typische Flecken am freigelegten Mauerwerg im Keller und im Erdgeschoss fest.

Genaue Analyse im Labor sorgt für bittere Gewissheit

Diese ersten Eindrücke lassen sich zunächst durch einen Photoionisationsdetektor, später auch über entnommene Bohrproben in einem Fachlabor bestätigen. Die empfohlenen Obergrenzen für Heizölrückstände im Mauerwerk werden dabei zum Teil um das 600-Fache überschritten.

Sanierung nur mit erheblichem Aufwand möglich

Die Gutachter des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung (IFS) kommen zum Ergebnis, dass eine Sanierung nur mit erheblichem finanziellem Aufwand möglich ist. Um sicherstellen zu können, dass eine Sanierung tatsächlich möglich ist, seien aber weitere aufwändige Untersuchungen nötig. Insgesamt sei es fraglich, dass sich dieser Aufwand rechnet. Vielmehr sei ein Abriss und anschließender Neubau ersten Einschätzungen zufolge wohl rentabler.

Mieter und Vermieter sind schwer belastet

Sowohl Mieter als auch die ebenfalls vom Hochwasser betroffenen Eigentümer des Gebäudes sind durch die unmittelbare Katastrophe erheblichen Belastungen ausgesetzt. Sie führen zu traumatischen Erfahrungen durch die sofort ersichtlichen materiellen und ideellen Schäden. Auch die Zeit nach dem Hochwasser sind extrem belastend für die Betroffenen. Die Suche nach einer Notunterkunft, der Verlust eines Großteils des Hab und Guts und gleichzeitig die beginnenden Aufräumarbeiten zehren stark an den Nerven der betroffenen Menschen.

Eigentümer entscheidet: Das Haus wird abgerissen

Langwierige Gutachten, dazu die Ungewissheit, wie es mit der eigenen Wohnung weiter geht sorgen auch anschließend nicht für eine Verbesserung der Situation. Am Ende dieser Kette steht ein abgerissenes Haus, die Planung eines Neubaus und viele Monate, gar Jahre an Bautätigkeit. Die Abwicklung des Schadens auch auf bürokratischer Ebene mit einer Menge Papierkram potenziert die vor allem mentale Belastung der Menschen.


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